Schwarzes, kurzes Haar, ein kleiner Ring in der Nase, ein verwegenes Sweatshirt mit Netzeinlage und dazu Baggy-Pants, modekonform mit dem Hosenboden auf Kniehöhe. Roman Seiler* hat die Schule für Gestaltung «wegen Differenzen mit der Schulleitung» kurz vor dem Abschluss verlassen und jobbt jetzt. Sein Ziel: ein Platz in einer ausländischen Kunstschule. Zum zweiten Mal steht er wegen derselben Lappalie vor Gericht: Sachbeschädigung. Gegen das Urteil von sechs Monaten Gefängnis bedingt hat sein Anwalt Berufung eingelegt. Denn um sechs Monate für ein paar Sprayereien ziemlich unverhältnismässig zu finden, braucht man nicht am Stammtisch zu sitzen und Kraut mit Rüben zu vergleichen.
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