Vor knapp hundert Jahren, um 1910 herum, lebten drei Millionen Menschen im Ruhrgebiet. Eine halbe Million von ihnen war aus Polen gekommen, auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben. Ihre Nachkommen findet man noch immer in den Telefonbüchern von Essen, Dortmund und Wanne-Eickel. Von den knapp 70?000 Menschen, die 1915 in der Stadt Bottrop gezählt wurden, waren über fünfzig Prozent Einwanderer, «Menschen mit Migrationshintergrund», wie man heute sagen würde. Auf das ganze Reich berechnet, betrug der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung rund zehn Prozent. Was es nicht gab, das waren Integrationsbeauftragte, Migrationsforscher, Ausländerbeiräte, Quartiermanager. Vielleic ...