Jonathan Franzen ist gestresst. Eine Hitzewelle bringt in New York den Asphalt zum Dampfen, sein Bruder will übers Wochenende auf Besuch kommen, seine Freundin hat morgen Geburtstag, und eine deutsche Schriftstellerdelegation erwartet ihn just zu diesem Zeitpunkt im Goethe-Institut auf der Fifth Avenue, um über Franzens Thesen zur Literatur in Zeiten der Massenmedien zu diskutieren.
Franzen, ein Wuschelkopf mit schwarzer Hornbrille und Dreitagebart, sieht in Shorts, Turnschuhen und T-Shirt eher wie ein Student von der unweit gelegenen Columbia University aus als wie ein Schriftsteller jenseits der Vierzig. Flotten Schritts spurtet er die Treppenstufen zu seinem kleinen Büro im zweiten Sto ...