Ja, der 82-jährige Schweizer Schriftsteller Paul Nizon verfügt auch heute noch über die Bonität eines Enfant terrible der Schweizer Literatur. Die Reihe seiner Vergehen ist lang – und es handelt sich keineswegs nur um lässliche Sünden! Ihre Aufzählung hat schon manchen aufrechten Literaturredaktor in wohligen moralischen Schauer versetzt: Er ist ein Egomane, schreibt seit je an der Krücke seines Narzissmus, heroisiert sein Schreibleben, findet dazu neuestens sogar so überreizte Metaphern wie «handschellengeeintes Zusammengehen von Leben und Schreiben». Dann überschätzt er Paris, vermutet in seinem eben erschienenen Buch «Urkundenfälschung. Journal 2000–2010» sogar hinter ...