Ohne die Affäre Kopp wäre er 1989 als Luzerner Liberaler nie Bundesrat geworden. Jetzt ist Kaspar Villiger der Doyen der Landesregierung und zum zweiten Mal nach 1995 Bundespräsident der Schweiz. Diese Rolle steht im besonders gut an, repräsentiert er doch wie kaum ein anderer die so genannt staatstragende Anstandsfraktion des Freisinns. Kein Ordoliberaler, kein Neoliberaler, kein Marktliberaler, kein Anarcholiberaler. Sondern ein an politischen, letztlich nicht verhandelbaren Grundwerten orientierter, insofern konservativer Altliberaler.
Zuoberst auf seiner unverrückbaren Werteskala steht der Zusammenhalt des Landes. Villiger - einmal treffend als "Landi-Liberaler mit analytischem Tief ...