Am letzten Abend der London Fashion Week traf ich im «Le Caprice» auf eine der dienstältesten britischen Modejournalistinnen. Ich fragte sie, wie die Fashion Week gewesen sei. Ihre Antwort klang nicht sonderlich begeistert. Auch die Worte «ein Haufen Mist» fielen.
Die London Fashion Week, seit fast zwanzig Jahren Teil meiner Arbeit, schwankt ständig zwischen zwei Extremen. Manchmal ist sie aufregend, dann wird London als tonangebende Modehauptstadt angepriesen. Manchmal verbreitet sie die Stimmung einer Branche, die sich in einer Identitätskrise befindet: Man klagt über Modedesigner, die sich, sobald sie berühmt sind, von der London Fashion Week abwenden und lieber nach New York, P ...