Gut gelaunt betritt der 15-jährige Junge mein Sprechzimmer. Er ist ganz in die Musik vertieft, die er sich über seine Kopfhörer hineinzieht. Die Prüfung ins Gymnasium hat er bestanden, und Familienferien auf den Kapverden stehen an. Als ich ihn begrüsse, nimmt er freundlicherweise einen Stöpsel aus dem Ohr und bietet ihn mir an: «Musst du dir anhören, uu cool!» Als verständnisvoller Jugendpsychologe bin ich dazu bereit, höre mich in seine Musik hinein – und bin entsetzt! Den Text finde ich fürchterlich: Er verherrlicht Gewalt, wiegelt gegen die Polizei auf, verharmlost Vergewaltigungen. Sofort teile ich ihm meine Einschätzung mit. Er reagiert mit einem leicht bla ...