Wie erzählt man ein Leben? – Der norwegische Schriftsteller Jan Kjærstad hat sich diese Frage zum Ausgangspunkt einer über tausend Seiten starken und listenreichen Lektüreirrfahrt gemacht. Eine Trilogie, der nach dem ersten Teil, «Der Verführer», nun der zweite Teil, «Der Eroberer», auf Deutsch nachfolgt. Das Kuriose an dieser nordischen Expedition ist, dass Kjærstad dreimal vom selben Helden Jonas Wergeland erzählt, wenn auch aus so unterschiedlichen Perspektiven, dass dieser zu drei Einzelfiguren zerflattert.
Unheimlich daran ist, dass die Identität nicht verraten wird. Das klingt nach einer formalen Trockenübung im Stil des Nouveau Roman, doch ist das Ergebnis ein Romanzaub ...