Was für eine Sorte von Patriotismus braucht man, um mit Hingabe Schweizer Weine zu trinken? Jene an Fanatismus grenzende Vaterlandsliebe, die Menschen dazu bewegt, sich mit Kuhglocken zu behängen und nach Bormio zu reisen, um dort zuzuschauen, wie sich Bode Miller und die Österreicher die WM-Medaillen untereinander aufteilen. Schade. Aber wahr.
Soll heissen: Das meiste, was als einheimischer Wein verkauft wird, taugt nichts, und was etwas taugt, ist viel zu teuer. Ich muss jetzt gar nicht auf die wenigen Erzeuger zurückkommen, die sich über die Grenzen hinaus ihren Namen gemacht haben – Gantenbein, Marie-Thérèse Chappaz, Christian Zündel –, denn deren Spitzenweine sind sowieso nu ...