In der Zürcher Predigerkirche, einem prächtigen frühbarocken Gebäude mitten in der Altstadt, riecht es nach Schweiss und muffigen Decken. An den Wänden hängen Plakate und Transparente, vor dem Eingang betteln junge, einheimische Aktivisten in farbigen Kleidern und Wollmützen um Spenden – nicht für die Kirche, sondern für die rund 150 Sans-Papiers, Flüchtlinge mit abgewiesenem Asylantrag, die seit dem 19. Dezember das Gebäude besetzen.
Über die Weihnachtstage versuchten die Pfarrerin Renate von Ballmoos und ihre beiden Sigristinnen den Betrieb aufrechtzuerhalten. Täglich verwandelten sie das Gotteshaus, das momentan eher an eine Bahnhofshalle erinnert, von neuem in einen sakr ...