Das Problem mit Gonzague de Reynold (1880–1970) beginnt bereits bei der Frage, wie man ihn bezeichnen sollte. War er Historiker, Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Dichter, politischer Essayist, Politiker? Er war all dies in einem. Denn er war eben auch ein intellektueller Zauberer sowie Verwandlungskünstler: Einmal inszenierte er sich als objektiv argumentierender Wissenschaftler und staatstragender Denker, ein andermal gefiel er sich als Provokateur, der gegen die moderne Demokratie, den liberalen Bundesstaat und die Neutralität stichelte und stachelte. Immer wieder erwischte er sein Publikum à contre-pied und sorgte für Verwirrung und Ärger.
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