1984 prophezeite der amerikanische Soziologe Neil Postman uns fernsehsüchtigen Couch-Potatoes ein allmähliches Verdämmern als schwachsinnig blinzelnde Opfer der Unterhaltungsindustrie. «Wir amüsieren uns zu Tode», lautete der kernige Titel seiner Schrift über die korrumpierende Allmacht des Fernsehens und das baldige Ende jeder rationalen Debatte und folglich auch der Demokratie. Fast zwanzig Jahre später können wir nicht umhin festzustellen: Wir leben noch, zappen uns durch immer zahlreichere Kanäle und warten weiter vergeblich auf den terminalen Lacher. Und die vermeintlich todgeweihte Demokratie hat seither einen Siegeszug um den Globus angetreten: Erstmals leben heute mehr als ...