Erbarmungslose Liebe
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Die Weltwoche

Erbarmungslose Liebe
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Dacia Maraini

Erbarmungslose Liebe

Dacia Maraini über «Schilf im Wind» (1913) von Grazia Deledda.
Das erste Buch von Grazia Deledda (1871–1936), das ich gelesen habe, heisst «Schilf im Wind». Das Publikum liebt Deledda bis heute mehr als die Kritiker, mit Ausnahme der sardischen Kritik, die vielleicht als Einzige die Grösse dieser Schriftstellerin erkannt hat. «Schilf im Wind» erzählt die Geschichte der Pintor, einer Familie aus der sardischen Provinzaristokratie: Der Vater, Don Zama, ist autoritär, launenhaft und eifersüchtig, die Mutter, Donna Maria Cristina, stirbt früh und hinterlässt vier Kinder: Ruth, Ester, Noemi und Lia. Die Mädchen wachsen unter der Tyrannei des Vaters auf, Spaziergänge, Lektüre, Bälle und Gesang sind ihnen verboten. Als eine von ihnen auf den Ko ...
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