Ob ein Kolumnist anderen Lebenshilfe bietet, ist zweifelhaft. Dass ein Kolumnist selber Lebenshilfe braucht, ist die Wahrheit. Und ein Kolumnist, der seine Lebenshilfe nicht beim Wiener Schriftsteller Karl Kraus sucht, schreibt keine brauchbaren Kolumnen. Dies beginnt schon bei der Wahl des Themas, bei welcher Kraus anordnet: «In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige.» Und richtig ist jene Kolumne, die aneckt, anstösst und angreift: «Erlaubt ist, was missfällt.»
Wird dem preisgekrönten Kolumnisten vorgeworfen, er verschwende sein Talent für ein umstrittenes Organ wie die Weltwoche, soll er mit Kraus antworten: «Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt.» Der ...