Wenn Bundesrat Hans-Rudolf Merz die Muse überkommt, tropft ihm nicht selten schwülstige Erotik aus der Feder. In seiner Erzählung «Der Landammann» – 1992 erstmals publiziert – balzen brünstige Herisauer um Cosima, die «teuflische Serviertochter». Ihr «praller, strotzender Busen» lässt die Herren «lüstern mit der Zunge schnalzen». Die Runde ist sich einig: Cosimas «wohlgeformter molliger Körper» wäre allemal eine Sünde wert.
Jeder Zahnarzt, lästerte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, habe in seiner Schublade einen unveröffentlichten Roman liegen. Auch der damals selbständige Unternehmensberater Hans-Rudolf Merz strebte offenbar nach literarischen Weihen. Wa ...