Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein SoÂzialkundelehrer, nicht wie einer der grössten Filmschaffenden unserer Zeit. Werner Herzog, mittlerweile 73 Jahre alt, betritt das Berliner Hotelzimmer in Wollpulli und Trachtenjanker, seine ergrauten Haare stehen wild zu Berge. Aber sobald er zu sprechen beginnt, über sich und seine Leidenschaften, den Film und das Erkunden der Welt, wird alles an diesem Mann hypnotisch. Dieser eindringliche Blick, diese Ruhe, diese raunende Stimme, die so vertraut und anheimelnd klingt mit ihrem rollenden, oberbayerischen Akzent. «Kino bedeutet Kampf», sagt Herzog und taucht einen Teebeutel in heisses Wasser. Er selbst bezeichnet sich als einen der «treuest ...