Welche Freude: Endlich ein Roman, dessen Autorin das emblematische Potenzial von süssem Backwerk erkannt hat. In «Von der Schönheit» verhilft Zadie Smith Kuchen, genauer, Käsekuchen und Pie, noch genauer, Käsekuchen mit Light-Sahne und Pie mit Fruchtfüllung, zur Grösse, indem sie die Köstlichkeiten für ideologischen Brückenbau stehen lässt, für Schuldkomplexe und Hemmungslosigkeit, für Herzensgüte und Liebesersatz. Wer nun einwendet, das sei Schwachsinn, Patisserie tauche auf über fünfhundert Seiten schlappe dreimal auf, liegt damit numerisch zwar nicht falsch, vergisst aber, dass es jedem Leser freisteht, sich an jenen Motiven zu ergötzen, die ihm am besten gefallen.
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