Fatima in der Wüste
Am Sonntagabend, dem 14. April diesen Jahres, nimmt sich der Tod irgendwo in der irakischen Wüste an der Autobahn zwischen Bagdad und Amman ein Kind. Nachdem Ali Hassan am Strassenrand gestorben ist, schaut Fatima auf. Sie ist die Mutter. Sie fragt nach Wasser. «Gib es mir», sagt sie, «gib mir alles, was du hast.» Fatima nimmt sich erst die Flasche und saugt das Wasser gierig in sich hinein. Dann greift sie sich den Kanister und giesst dessen Inhalt über den entblössten Leib ihres sechs Jahre alten Buben. Fatima reinigt ihr totes Kind. «Grab ein Loch», sagt sie schliesslich, und als Arslan, mein kurdischer Fahrer, sich die Schaufel nimmt und zu graben beginnt, s ...