Josef Joffe, 74, zählt zu den grossen liberalen Stimmen der deutschen Publizistik. Er ist Herausgeber der Zeit und ein brillanter Kolumnist und Kommentator des internationalen Geschehens. In diesen Tagen erscheint sein Buch «Der gute Deutsche. Die Karriere einer moralischen Supermacht» (C. Bertelsmann). Darin schildert er prägnant, wie die Bundesrepublik nach dem totalen Bankrott der Hitler-Ära mit einer klugen, aber durchaus ehrlich gemeinten Politik, welche die nackten Interessen in moralische Kategorien kleidete, Respekt und Einfluss zurückgewann und so vom Waisen- zum Wunderkind im Nachkriegseuropa aufstieg.
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