Die Reisecars verkehren nach einem festen Fahrplan, sie halten in jeder grösseren Stadt des Kosovos, und sie sind immer voll besetzt. Letzter Stopp ist die serbische Kleinstadt ÂSubotica an der ungarischen Grenze. Dort sind die Fahrgäste auf sich allein gestellt: Zu Fuss schlagen sie sich kilometerweit bis zur grünen Grenze durch, mit Koffern und teilweise mit kleinen Kindern auf dem Arm. Schleuser bringen sie dann weiter – nach Österreich, Deutschland oder Schweden. Der Name des Busunternehmens passt zum Exodus: Adio. Denn die wenigsten wollen wieder heimkehren in ihr Land.
Das Kosovo, Europas jüngster, ärmster und vermutlich korruptester Staat, blutet aus. Hunderte sind es jeden T ...