Es waren wohl die ungemütlichsten Stunden im bisherigen Leben von Iris Bohnet. Die Professorin für Verhaltensökonomie an der Harvard Kennedy School, Verwaltungsrätin der Credit Suisse seit 2012, musste sich an der letzten Generalversammlung der ruinierten Traditionsbank etliches anhören. Ein Luzerner Kantonskollege, der sein ganzes Berufsleben für die CS gearbeitet hat, sprach sie an der Versammlung direkt an: «Übernehme Verantwortung für das, was du tust oder unterlässt.» Auch wurde Bohnet vorgerechnet, dass sie als CS-Verwaltungsrätin mehrere Millionen Franken eingesteckt habe – und eine solche Summe sei ihre Gesamtleistung bei weitem nicht wert.
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