Deutsche Filmregisseure, sagte Hochhuth, hätten nie den Mut gehabt, sein Stück zu verfilmen, obwohl die Rechte seit Jahren frei waren. Er klagte ein grundsätzliches Desinteresse an historisch-politischen Stoffen ein. Lieber würden die deutschen Filmer zu Krimis, Beziehungsschwurbeleien und Klamotten greifen, aber nicht zu Stoffen, die ein gewisses Engagement verlangten. So blieb es wieder einmal einem Ausländer überlassen, dem Franzosen Costa-Gavras («Z»), den immer noch brisanten Stoff endlich für die Leinwand aufzubereiten.
Auch wenn sein aggressiver Elan mittlerweile nachgelassen hat, gelang Costa-Gavras mit der Umsetzung des «Stellvertreters» ein zumindest in seinen humanen Am ...