Es gibt Filmemacher, deren höchster Gestaltungswille die Kunst der Kunstlosigkeit ist. In vergangenen Zeiten gehörte das zu den Tugenden gewisser Hollywoodianer wie Howard Hawks («Rio Bravo», 1959), dessen Meisterschaft darin bestand, das Geschehen so laufen zu lassen, als gäbe es ihn nicht, die fremde Hand, die das Ganze führt. Man nannte das auch einfach Funktionalismus. Stilmätzchen, experimentelles Herumgewurschtel gab es nicht. Man erzählte, als würde das Leben stattfinden.
Die Tugend des Zuschauens
Der Rumäne Cristian Mungiu gehört zu dieser immer selteneren Spezies. Cristian wer? ÂEiner dieser verhuschten Arthouse-Cineasten, deren «langsamer Bilderfluss» von Cinephilen ...