Gae (eigentlich: Gaetana) Aulenti, die grosse alte Dame der italienischen Architektur, steigt auf die Barrikaden gegen einen Gnadenerlass, den Ministerpräsident Silvio Berlusconi den Bausündern auf dem Stiefel gewähren will. Mit dem Ablasshandel hofft die Regierung ihr leckes Haushaltsbudget mit rund drei Milliarden Euro Mehreinnahmen etwas aufzubessern. «Um zu verstehen, worum es geht, müsste man augenblicklich eine Satellitenaufnahme des Landes machen», erläutert Gae Aulenti, «und da würden wir all die kleinen und grossen Baustellen entdecken, die seit Berlusconis Absichtserklärung entstanden sind.» Gegen eine symbolische Abgeltung von 100 Euro für jeden illegalen Quadratmeter ...