Als Michael Wolffsohn nach einem Titel für seine «Weltgeschichte meiner Familie» suchte – ein Buch über seine Eltern und Grosseltern, über nahe und ferne Verwandte und nicht zuletzt über sich selbst –, entschied er sich für «Deutschjüdische Glückskinder». Die Wolffsohns und Saalheimers hatten den Holocaust in Palästina überlebt, und Justus Saalheimer, der Grossvater mütterlicherseits, sogar ein Konzentrationslager in Deutschland. Als er freikam, war er «ganz dünn, abgemagert, Haut und Knochen», wie Wolffsohn berichtet. «Das ist das kanonisierte Familienbild vom Dachau-Rückke ...