Es war ein trockener, hässlicher Husten. Die Lehrerin, ein wenig beunruhigt, schickte den kleinen Wenrei zum Schularzt. Dieser untersuchte ihn, zog einen Kollegen bei, um sicherzugehen. Eine Grippe bloss, keine Lungenentzündung. Gleichwohl sandte der Arzt den Zweitklässler nach Hause. Drei Stunden später rief eine Gesundheitsbeamtin an, sie hole Wenrei ab. Begründung: Sars-Verdacht. Im Krankenhaus dieselbe Diagnose: nur Grippe, kein Sars. Dennoch kam der Bub in Quarantäne.
Das geschah vorletzten Samstag in Guangzhou. Wenreis Eltern waren schockiert. Die Zeitungen hatten seit Februar berichtet, Sars sei unter Kontrolle, in der südchinesischen Metropole gebe es keine neuen Fälle.
Eine ...