Albert Cohen: Die Schöne des Herrn. Aus dem Französischen von Helmut Kossodo und Michael Killisch-Horn, Klett-Cotta 2017 (Taschenbuch), 890 S., Fr. 32.90
Ist es eine hochfliegende Liebesgeschichte? Oder eher eine bittere Zeitanalyse, ein langsam sich dem Schrecken öffnendes Zeitbild aus den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts? Dem Leser von «Die Schöne des Herrn», diesem Meisterwerk des jüdisch-schweizerischen Erzählers Albert Cohen aus dem Jahr 1968, wird nach und nach klar: Der Roman ist beides und noch viel mehr. Er ist ein Vexierbild der Liebe in Zeiten dräuender Pogrome.
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