Musikalität ist unteilbar, heisst es. Der oder jene kann noch das Telefonbuch singen, sagt man. Keith Jarrett, wahrlich ein Grossgrundbesitzer an pianistischen Talenten, griff zeitweise gern zu Saxofonen, jeder Art Perkussion oder Antiquitäten aus der Geschichte des Keyboards (wie dem Klavichord), um die Geläufigkeit zu brechen, die Selbstverständlichkeit, die pianistischen Automatismen. Dennoch ist die musikalische Laufbahn von Lucas Heidepriem, geboren 1960 in Freiburg im Breisgau als Sohn der Jazzpiano-Legende Waldi Heidepriem, ungewöhnlich. Er war die deutsche Hoffnung auf der Posaune, gefördert von seinem Vorbild Albert Mangelsdorff, veröffentlichte 1990 ein schönes, ganz auf se ...