Menschenhaar ist seit Jahrhunderten Thema zahlloser kultureller Kontroversen. Es gehört zur Definition des Zivilisierten und des Wilden, von Bescheidenheit und Eitelkeit, von Keuschheit und Sinnlichkeit, von Ordnung und Anarchie. Vor allem ist es Definitionen von Sexualität und Geschlecht eingeschrieben. Die Biologie macht, dass das Haar wächst (es sei denn, irgendwann nicht mehr), aber die Kultur fragt: Wie lang, wie kurz, wie wird es getragen, wie sichtbar, wie verborgen?
Ordnung und Anarchie: Botticellis«Weibliches Idealbildnis», 1480–1485.
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