Solche Dokumentarfilme machte niemand sonst: Es gab keine Kommentare aus dem Off, keine Filmmusik, keine Alleswisser, die dem Publikum erklärten, was es gerade sah. Vielmehr setzte sich für den Betrachter alles allmählich erst mosaikartig zu einem Bild zusammen. Um dies zu ermöglichen, arbeitete Frederick Wiseman immer auf die gleiche Weise: Er lungerte wochenlang in einer Institution herum, bis man ihn nicht mehr wahrnahm. Dabei filmte er bis zu 250 Stunden Material, weshalb er für den Schnitt jeweils ein Jahr Zeit brauchte. «Weil ich im Voraus noch keine Ahnung von der Struktur habe, entdecke ich den Film erst beim Schneiden», erklärte er. Überhaupt mache er Filme, um zu ent ...