Der Wahlsieg des chinakritischen Kandidaten auf Taiwan ging nicht mit Raketen, Marinemanövern oder anderen feindseligen Akten einher. Die Reaktion der Volksrepublik fiel gedämpft aus. Nirgendwo ein Zeichen geopolitischer Dramatik.
Auch auf Taiwan blieb es ruhig. Die Fortschrittspartei, 1986 von Kritikern der Einparteienherrschaft der nationalistischen Kuomintang gegründet, siegte zum dritten Mal in Folge. Könnte das langfristig auf einen Bedeutungsverlust der Kuomintang hindeuten, die für eine Verständigung mit China eintritt? Einige Beobachter sind davon überzeugt und betonen auch, dass die meisten Taiwanesen sich nicht mehr als Chinesen fühlen.
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