Kein Kollege hat sich je so absonderlich über Max Frisch geäussert wie der amerikanische Schriftsteller Harold Brodkey. Er nennt ihn nach dessen Tod den «Mann im Hintergrund der Wochenschau», dann einen kleinen «Mörder», dann «bloss menschlich, gewöhnlich», dann «korrumpiert und opportunistisch», dann wieder «ehrlicher» als die Zeitgenossen. Schliesslich stellt Brodkey fest, Frisch habe zwar nicht klar gedacht, aber immerhin klar geschrieben. Man fragt sich unweigerlich, was wohl zwischen Frisch und Brodkey vorgefallen ist, dass eine solch wilde Urteilskaskade daraus resultierte.
Jetzt sind aus Frischs Nachlass zwei Poetikvorträge erschienen, die er Anfang November 1981 am Ci ...