Zu Beginn seines Essays «Über die Ähnlichkeit der Kinder mit ihren Vätern» schildert Montaigne sein qualvolles Gallensteinleiden und spekuliert darüber, inwiefern er eine Veranlagung dazu von seinem Vater geerbt haben könnte. Er zeigt sich verwundert darüber, dass der «kleine Samentropfen, aus dem wir hervorgehen», nicht nur Familienähnlichkeiten und Krankheiten weitergibt, sondern auch «Denkweisen und Neigungen» (wie es in der Neuübersetzung von Hans Stilett heisst). «Wie kann diese wässrige Winzigkeit eine solch endlose Zahl von Formen fassen? Und woher kommt es, dass sich dergleichen Ähnlichkeiten auf so völlig regellose und nicht vorhersehbare Weise darin fortpflanzen, ...