Druck erzeugt Gegendruck, die alte Geschichte. Deshalb ist der österreichische Schmäh so unübertreffbar perfid: Was man verachtet, soll man «gar nicht erst ignorieren». Robert M. Parker Jr. ist der einflussreichste Weindegustator der Welt. Auch wenn zutreffen sollte, dass ihm das inzwischen selbst peinlich ist: Sein Geschmack macht die Preise, mehr als der von irgendwem sonst. Ihm gefallen fruchtige, konzentrierte, alkoholreiche Weine, er ist auf grosse Jahrgänge fixiert und hält, als Amerikaner, einen Begriff wie Terroir für puren Schwindel. Für Parkers schärfste Gegner, den Filmemacher und Weinfundi Jonathan Nossiter etwa («Mondovino»), ist Terroir ein geradezu mystischer Begri ...