Frühling
Die Bäume im Ofen lodern.Die Vögel locken am Grill.Die Sonnenschirme vermodern.Im übrigen ist es still.
Es stecken die Spargel aus DosenDie zarten Köpfchen hervor.Bunt ranken sich köstliche RosenIn Faschingsgirlanden empor.
Ein Etwas, wie Glockenklingen,Den Oberkellner bewegt,Mir tausend Eier zu bringen,Von Osterstören gelegt.
Ein süsser Duft von HavannaVerweht in ringelnder Spur.Ich fühle an meiner SusannaErwachende neue Natur.
Es lohnt sich manchmal, zu lieben,Was kommt, nicht ist oder war.Ein Frühlingsgedicht, geschriebenIm kältesten Februar.
Joachim Ringelnatz (1883–1934)Diogenes Verlag, Zürich
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