Wer wissenschaftliches Neuland sucht, muss nur den Mund aufmachen. Es ist noch ein ziemliches Rätsel, was sich auf der Zunge abspielt, wenn sie schmeckt. Schon die primitivsten Lebewesen kosten vor, was sie zu sich nehmen. Jedes Mal, wenn unsere Vorfahren neue Nahrung fanden, musste sich das Geschmackssensorium schleunigst anpassen, damit seine Benutzer nicht verhungerten oder sich vergifteten. So besteht unser heutiger Geschmackssinn aus einem Wust chemischer Fühler, der sich im Lauf der Evolution angesammelt hat. Geschmacksforschung ist Detektivarbeit: Nur ein paar tausend Geschmacksknospen aus je rund hundert Zellen sind über Zunge und Gaumen verteilt – arg wenig Forschungsmaterial.
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