Herr Weinrich, Sie verkörpern eine wissenschaftspolitische Sensation. Sie lehrten als erster deutscher Professor am altehrwürdigen Collège de France in Paris. Französisch hatten Sie als Wehrmachtssoldat in Kriegsgefangenschaft gelernt. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen?
Ja, es gibt einen direkten Zusammenhang dabei. Ich bin am Ende des Kriegs mit siebzehn Jahren in Gefangenschaft geraten, zunächst in amerikanische, dann in französische. Insgesamt war ich zwei Jahre in Kriegsgefangenschaft. In einem Bergwerkslager in Nordfrankreich habe ich die ersten Vokabeln Französisch gelernt und gegen Zigaretten eine Grammatik eingetauscht.
Später sind Sie selber ein grosser Gr ...