Im Dezember wird er sein ganz eigenes Jubiläum feiern können: Vor dreissig Jahren entzog die deutsche Bischofskonferenz Hans Küng (Jahrgang 1928) die Lehrerlaubnis. Damit war es dem Schweizer Theologen nicht mehr erlaubt, im Auftrag der Kirche die katholische Religion zu lehren und zu verkünden. Auf der Strasse landete der so abgestrafte Dogmatikprofessor indes nicht. Die Universität Tübingen, wo Küng seit 1963 wirkte, schuf eigens für ihn einen fakultätsunabhängigen Lehrstuhl für ökumenische Theologie.
Der Bruch mit der Kirche war absehbar, aber nicht vorbestimmt. Als gut Dreissigjähriger liess sich Hans Küng von Papst Johannes XXIII. begeistern, der die Kirche mit dem Zweit ...