Zuerst frage ich mich, wie wohl Jean Rudolf von Salis sich selbst gesehen hat. Die Geschichte seines Lebens hat er in seiner Autobiografie «Grenzüberschreitungen» festgehalten. Der Titel spielt auf die Stellung an, die der Historiker zwischen verschiedenen Sphären einnahm: zwischen Aristokratie und Bürgertum, zwischen deutscher und französischer Kultur, zwischen Geschichtsschreibung und politischem Journalismus. Die beiden Bände sind, gemessen an dem, was wir Schweizer an Lebensbeschreibungen hervorzubringen pflegen, ein herausragendes Werk. Der Verfasser befand sich bei der Niederschrift im Ruhestand und blickte, ein sorgfältiger und verlässlicher Chronist seiner selbst, auf ein un ...