Meine Mutter, Gott habe sie selig, war eine sparsame Frau. Erstens, weil sie so erzogen wurde, und zweitens, weil die Rente, die sie vom deutschen Staat im Rahmen der «Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts» bezog, keine grossen Sprünge zuliess.
Aber zweimal im Jahr gönnte sie sich etwas. Im Sommer- und im Winterschlussverkauf zog sie los und kaufte ein, was bei Hertie, Kaufhof, Horten und Woolworth «günstig» angeboten wurde. Nach der Shopping-Tour rechnete sie dann aus, wie viel sie «gespart» hatte – gemessen an den Preisen vor dem Schlussverkauf.
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