Seit vergangenem Wochenende hat Genf – der Schreibende vermutet: als erster Schweizer Kanton – eine in der Verfassung festgeschriebene Kantonshymne. Fast zwei Drittel der Genfer Stimmbürger haben der Verankerung des patriotischen Heldenlieds «Cé qu’è lainô» in ihrem Grundgesetz zugestimmt. Pikanterweise ist diese überraschende Manifestation der Vaterlandsliebe ausgerechnet einem woken linken Grossrat zu verdanken – ein Paradebeispiel, wie Dialektik in der Politik funktioniert, eine schöne Illustration des von Luther übersetzten Bibelworts: «Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.»
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