«Gerade wir als Deutsche . . .»
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Die Weltwoche

«Gerade wir als Deutsche . . .»
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Essay

«Gerade wir als Deutsche . . .»

In den Medien werden alle, die gegen Flüchtlingsunterkünfte sind, als Rechtsextreme abgestempelt. Unterwegs in Ostdeutschland, spürten wir jedoch nicht ­Fremdenhass, sondern eine tiefe Verunsicherung angesichts einer Politik, die als strategie- und orientierungslos ­empfunden wird.
Seit zehn Jahren mit dem Schiff in Europa unterwegs, sind wir nach einigen Monaten in Berlin weiter östlich gefahren, tief in die ehemalige DDR. Das wald- und seenreiche Gebiet des Schenkenlandes und der Niederlausitz ist dünn besiedelt, strukturschwach und teilweise sehr ärmlich. Viele Häuser sind zerfallen, die Stras­sen holperig. Wir kamen mit den Einheimischen ins Gespräch, lasen die Lokalpresse und hörten die Lokalsender. Wir erlebten eine Bevölkerung, die nur schwer damit umgehen kann, dass alle denkbaren Unterkünfte – vom stillgelegten Baumarkt über ehemalige Kasernen der Sowjetarmee bis zu Hotels – mit Tausenden von Flüchtlingen, zumeist jungen Männern, gefüllt werde ...
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