Die zunehmende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen sowie eine abnehmende Durchlässigkeit der Schweizer Gesellschaft zu beklagen, gehört zum Standardrepertoire vieler zeitkritischer Intellektueller. Doch kaum jemand macht sich die Mühe, zu fragen: Ist dem wirklich so? Beginnen wir mit der Ungleichheit. Ein Blick in die Daten zeigt, dass die Einkommensungleichheit über die letzten achtzig Jahre erstaunlich stabil blieb. Dies gilt sowohl für die Verteilung der Markteinkommen – also Einkommen, die auf den Märkten erzielt werden – wie auch für die Situation nach steuerlicher Umverteilung.
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