Emotion, soll Strawinsky gesagt haben, sei «fürs Publikum», Musik für den Komponisten Struktur, allenfalls emotionale Strategie. Tatsächlich hat die «Moderne» (erst recht nach Strawinsky) geradezu autistische Berührungsängste entwickelt. In den zaghaftesten Einladungen an den Zuhörer sah sie schon nuttenhaften Verrat. Das war die Chance des Jazz. Der kam aus den Tiefen des Trivialen und hatte doch Kunst im Sinn, allerdings eine, die auch in den Beinen gespürt werden wollte. Natürlich gab es da jede Menge von Rampensäuen. Aber insgesamt pendelte sich in dieser Fusionsmusik ein seit dem 19. Jahrhundert verlorengegangenes Gleichgewicht zwischen Kopf und Bauch wieder ein. Nicht einm ...