Böll ist nur 67 Jahre alt geworden, gewann aber in den vierzig Jahren seiner schreibenden Existenz eine gesellschaftliche Repräsentanz, die kein Autor im gesamten Deutschland nach 1945 je erreicht hat, auch nicht Günter Grass.
Bölls Einfluss war keiner politischen Macht verdankt oder gar verpflichtet und deshalb umso wirkungsvoller. Seine gesellschaftliche Rolle wuchs ihm zu, und sie wurde oft zur Last. Sie wurde ihm geschenkt, weil auch er immer mehr gab als nahm. Sie beruhte auf Klarheit und Aufrichtigkeit. Bei Böll paarten sich Toleranz mit Entschiedenheit, Bescheidenheit mit innerer Souveränität, Freimütigkeit mit Zurückhaltung.
Geschrieben hat er schon früh, als Siebzehn-, A ...