Das mit Efeu und Blumen bewachsene Haus im bürgerlichen Berliner Stadtteil Dahlem ist schon seit drei Generationen in Familienbesitz. Hier residiert Wolf Jobst Siedler, Jahrgang 1926, einer der bedeutendsten Verleger und Essayisten Nachkriegsdeutschlands – und der Mann, der Albert Speers «Erinnerungen» und sein «Spandauer Tagebuch» verlegt hat.
Seitdem Heinrich Breloers Dokudrama «Speer und Er» vergangene Woche in der ARD gesendet wurde, sind über den Toparchitekten Hitlers und Rüstungsminister des NS-Staats kaum noch Fragen offen. Das Bild vom «Gentleman-Nazi», der Hitler verfallen war, von dessen Untaten aber nichts gewusst und sich nach dem Krieg zum reuigen Selbstaufklärer ...