Carl Schmitt ist ein offensichtliches Ärgernis. Schwer zu sagen, worin das grösste Skandalon liegt: Einer der bekanntesten Rechtsprofessoren und Regierungsberater der Endphase der Weimarer Republik, der konservativ, aber auch Hitler-skeptisch war – «man weiss nicht, ist er eine Taube oder eine Schlange», schrieb Schmitt noch am 20. März 1933 in sein Tagebuch –, schloss sich dem ins Amt eingesetzten ehemaligen österreichischen Gefreiten eiligst an, brach über Nacht mit jüdischen Freunden, sprach in seinem Kommentar zum berühmten «Ermächtigungsgesetz» vom 24. März 1933 in der Deutschen Juristen-Zeitung vom «Sieg der nationalen Revolution».
Im April wurde Schmitts Aufstieg s ...