Die Stunde null, sie gab es einmal: mit dem Ende des Dreissigjährigen Krieges, als die Kunst des Barock ihr finsteres Memento mori von den Kanzeln predigte; mit dem Ende des Ersten Weltkriegs, gegen den die Expressionisten das Pathos ihrer O-Mensch-Passionen setzten und ihre Vatermorde; mit den kollektiven Verdrängungsvorgängen nach dem Zweiten, als eine in Trümmern liegende Nation zur Kultur ihrer Befreier überlief oder zurück zu Goethe flüchtete – mit solchen Szenarien sind unsere ratlosen späten Zeiten nicht zu vergleichen. Unser Elend ist nicht mit Händen zu greifen, es ist ein anderes und findet andernorts statt.
Und dennoch, und trotzdem: Gelegentlich drängte sich nach dem ...