Die Voraussetzung, dass ein lokaler Brauch sich zu einem globalen Ritual entwickeln kann, liegt in erster Linie in seiner möglichst einfachen Anwendbarkeit. Gleichzeitig sollte er mit Eigenheiten wie Codes und Handlungen aufgeladen sein, um als Ritual abseits des Alltags erkennbar zu sein. «La Tomatina» im spanischen Buñol oder der Karneval von Rio sind zwar mit starken visuellen Reizen verbunden, ihre Aneignung aber würde beträchtlichen Aufwand bedeuten. Augenfällig ist, wie sich im globalen Westen Bräuche etabliert haben, die man getrost mit dem Tatbestand der «kulturellen Aneignung» qualifizieren kann.
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