Eigentlich eine Anti-Oper par excellence, und trotzdem ist Helmut Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» die wohl wichtigste musikalische Schöpfung der letzten Jahre. Hans Christian Andersens Märchen wird nicht etwa vertont und schon gar nicht erzählt, sondern musikalisch reflektiert. Als Konsequenz gibt’s weder Rollen noch Sänger im üblichen Sinn; einzig zwei Soprane werden wie Instrumente eingesetzt. Das ist es, was Lachenmann interessiert – die «befreite Wahrnehmung». Der einstige Nono-Schüler erstrebt «eine Erneuerung des Hörens: Konzentration des Geistes, also Arbeit».
Die Wahl gerade dieses – scheinbar so gefühlvollen – Stoffes mag bei einem Komponisten � ...